Ökologisch imkern

Bio-Imkerei am ÖBZ

Im Jahr 2014 hat eine Gruppe Ehrenamtlicher des MUZ die Bienenvölker am ÖBZ übernommen, nachdem der damalige Imker gestorben war. Von Beginn an  orientierten wir uns in der Imkerei an ökologischen Grundsätzen. Seit dem 23.5.2017 ist es amtlich. Die Haltung der Honigbienen am Ökologischen Bildungszentrum ist Bio-zertifiziert. Nach einjähriger Umstellungszeit erfüllt die Bienengruppe des Münchner Umweltzentrums im ÖBZ nun die Vorgaben der EG-Öko-Verordnung. Unter der Kontrollnummer DE-BY-006-47125-A ist sie registriert. Der ÖBZ-Honig kann seitdem als Bio-Honig vermarktet werden.Mit neuen, unbehandelten Bienenkästen und unter Verwendung ökologisch unbedenklichen Substanzen, werden die Pflege der Bienenvölker und die Honigernte vorgenommen. Inwischen unterstützt uns der Stadtimker Rehan mit seinem umfassenden Wissen und seiner langjährigen Erfahrung. 

Warum wir unsere Imkerei Bio-zertifizieren lassen:

Bio-Imkerei bedeutet: naturnahe Bienenhaltung, reines Wachs, kein synthetischer Chemieeinsatz, schonende Verarbeitung des Honigs, regelmäßige Kontrollen und Transparenz. Laut EU-Biozertifizierung bedeutet das u.a. konkret:

Bienenhaltung & Tierwohl

  • Keine Verstümmelung: Flügelstutzen der Königin ist verboten

  • Königinnenzucht muss auf natürliche Weise erfolgen (z. B. ohne künstliche Besamung)

Standort der Bienenstöcke

  • Bienenstöcke müssen in Gebieten stehen, in denen die Bienen hauptsächlich Nektar und Pollen aus ökologisch bewirtschafteten Kulturen oder natürlicher Vegetation sammeln können.

  • Sammelgebiete sollen frei von intensiver Landwirtschaft, Pestiziden und Gentechnik sein.

Beuten & Materialien

  • Beuten (Bienenkästen) müssen aus natürlichen Materialien bestehen, die Bienenprodukte nicht verunreinigen (z. B. Holz, Stroh, Metall, Lehm).

  • Wachs für neue Mittelwände muss Bio-zertifiziert sein oder aus dem eigenen Wachskreislauf stammen.

Honigernte & Verarbeitung

  • Schonende Verarbeitung: Honig darf nicht über 40 °C erwärmt werden.

  • Keine Ultrafiltration oder Zusätze (z. B. Zucker, Enzyme).

  • Keine vollständige Entnahme von Honig aus den Brutwaben (denn die Bienen brauchen einen Eigenvorrat).

Fütterung

  • Keine übermäßige Fütterung. Gefüttert wird nur, wenn die Existenz des Volkes gefährdet ist (z. B. im Winter).

  • Zulässig sind ausschließlich Bio-Zucker, Bio-Honig oder Bio-Sirup.

Krankheitsbehandlung

  • Bevorzugt werden vorbeugende Maßnahmen (starke Völker, Standortwahl, Wabenhygiene).

  • Erlaubt sind nur natürliche und organische Behandlungsmittel, wie Ameisensäure, Milch- und Oxalsäure

Kontrolle & Dokumentation

  • Jährliche Kontrolle durch eine staatlich anerkannte Bio-Kontrollstelle. Die ÖBZ-Imkerei wird von ABCert kontrolliert.

  • Lückenlose Dokumentation über Standorte, Fütterung, Behandlungsmethoden, Honigernte und Wachsverwendung.

 

Uns sind Honigbienen und Wildbienen wichtig!

Zusammen mit den anderen Bestäubern wie etwa mehreren Wildbienenarten, die auf den Freiflächen und in den naturnahen Gärten günstige Bedingungen vorfinden, sind die Honigbienen mit ihre Bestäubungsleistung wertvoll für die biologische Vielfalt in der Stadt. 

Immer wieder bieten wir die Gelegenheit, einen Einblick in die Lebensweise der Honigbienen zu erlangen und das Imkerhandwerk kennenzulernen, zum Beispiel beim Tag der offenen Gartentür.

Wir haben im Experimentiergarten eine große Insektennisthilfe ("Insektenhotel"), an der sich vor allem in den Frühjahrsmonaten viele Wildbienen tummeln, die gewöhnlich in Pflanzenstängeln und Hohlräumen brüten. Wer aufmerksam ist, kann auch auf den Gartenflächen die Vielfalt der bestäubenden Insekten beobachten – ob beim Nektar holen auf den Blüten oder in ihren Brutstätten in der Erde.

Ziel dieses Projekts ist es zudem, dass die Teilnehmenden aktiv werden und – falls sie dazu die Gelegenheit haben – in ihrem eigenen Umfeld Bienenweiden anlegen  Zudem wollen wir sie für einen bewussten Konsum sensibilisieren und dazu motivieren, beim Honigkauf auf regionale Produkte zurückzugreifen und damit die lokale Imkerei zu unterstützen. Wenn auf diese Weise mehr Vielfalt in Gärten und auf Balkonen zugelassen wird, hilft das Projekt, dass Natur wieder in die Stadt zurückkehrt.



Rückblick:

Geflüchtete Jugendliche helfen uns bei der Honigernte im Sommer 2015
Es summte und wuselte in den Bienenstöcken. Später surrte es an der Honigschleuder. Im Rahmen unseres Umweltbildugsprojekts mit Geflüchteten haben wir im Sommer 2015 gemeinsam den Honig unserer ÖBZ-Bienen geerntet. Mit der Kamera haben wir ein paar Eindrücke von der Honigschleuder-Aktion im Ökologischen Bildungszentrum eingfangen. Wir danken der Bienengruppe im ÖBZ sowie allen Helferinnen und Helfern und nicht zuletzt den vielen fleißigen Bienen - und wünschen mit dem Filmchen gute Unterhaltung!

Honigschleudern im Ökologischen Bildungszentrum (ÖBZ) from Münchner Umwelt-Zentrum on Vimeo.

Umsiedlung der Bienenvölker in neue Beuten im Frühjahr 2016
Im Zuge der Umstellung auf Öko-Zertifizierung hat die Bienengruppe des Münchner Umwelt-Zentrums die Bienenvölker im ÖBZ in neue Beuten umgesiedelt. Die Bienen haben die neuen Behausungen, die lediglich mit (Bio-)Leinöl behandelt und mit Wachswänden aus 100% Bienenwachs ausgestatten sind, schnell angenommen.

Umsiedlung der ÖBZ-Bienen from Marc Haug on Vimeo.