Doppeljubiläum

Tag der offenen Gartentür im Zeichen von 35 Jahre MUZ und 25 Jahren ÖBZ

Gartenführungen, Aktionsprogramm und Mitgliederversammlung

Der Himmel war bedeckt am Sonntag, den 21. Juni 2026. Ein kleiner Regenschauer sorgte für erträgliche Temperaturen. Und so kamen zahlreiche Gäste ins ÖBZ, um mit uns den Tag der offenen Gartentür gemeinsam zu feiern, mit vielen Weggefährtinnenn und Weggefährten, aktuellen und ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Aktiven und Ehrenamtlichen sowie mit treuen und neuen Gästen.

Der diesjährige Tag der offenen Gartentür stand ganz im Zeichen eines Doppeljubiläums: Vor 35 Jahren hat sich der Verein Münchner Umwelt-Zentrum e.V. (MUZ) gegründet, um für München einen Ort für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung zu etablieren. Zehn Jahre später war das Ziel erreicht: Im Sommer 2001, also vor genau 25 Jahren, hat das Ökologische Bildungszentrum seinen Betrieb aufgenommen – als Gemeinschaftsprojekt von MUZ und MVHS.

Um diesem feierlichen Ereignis einen würdigen Rahmen zu verleihen, hatte das MUZ zu einem Rahmenprogramm eingeladen, das die Vielfalt der Aktivitäten am ÖBZ sichtbar machte. Ein bestimmendes Themenfeld ist die Biodiversität, ein Schwerpunkt auch für die Gartengruppen. So präsentierte sich die Gartengruppe des Experimentiergartens mit einem Wildpflanzenquiz, mit dem die zahlreichen Gäste ihr Wissen testen und erweitern konnten. Bereits in der Gründungsphase war klar, dass auf der Fläche des ÖBZ ein Gemeinschaftsgarten entstehen soll, in dem gemeinsam geplant, gestaltet, gelernt und experimentiert wird. Der „Experimentiergarten" umfasst verschiedene Themenbereiche – neben Gemüse-, Beeren- und Rosengarten gibt es auch ein Heilpflanzenbeet, einen Wassergarten und Flächen für Wildpflanzen und Insekten auf sonnig-trockenen Standorten und im Schatten. Im Laufe der Jahre sind weitere Gartenprojekte entstanden.

Beim Flanieren durch den „Wildgarten", ein Projekt, das vor einigen Jahren aus dem Experimentiergarten heraus entstand, konnte man die biologische Vielfalt auf sich wirken lassen. Passend dazu bereicherten musikalische Klänge die sinnliche Atmosphäre der Gärten. Der Musiker Ralph Michael Kiefer erschuf mit seiner Handpan eine Oase aus Klang – eine hypnotische Mischung aus feinen perkussiven Grooves, schwebenden Melodien und purer melodischer Schönheit, die zum Eintauchen, Loslassen, Staunen und Träumen einluden. Und im von Frauen neugestalteten „Garten der Sinne" gab es die Möglichkeit, die dort geschaffene kontemplative Atmosphäre bei einer Meditationsrunde zu erfahren.

Zwei Themenführungen widmeten sich ebenfalls der biologischen Vielfalt. Eine konzentrierte sich auf den „Themengarten Nachwachsende Rohstoffe" und zeigte, welche Kulturen dort angebaut werden. Anhand des Flächenbuffets und des Proteinpflanzen-Beets wurden Aspekte nachhaltiger Ernährungsstile reflektiert. Bei der Führung „Rewilding the City" standen die in den letzten Jahren am ÖBZ entwickelten Biodiversitätsmaßnahmen im Mittelpunkt. Das vor einem Jahr angelegte Schaubeet diente dabei als prachtvolles Beispiel, wie sich mit heimischen Stauden ein insektenfreundlicher Garten und gleichzeitig ein attraktives Pflanzbild gestalten lässt.

Am späten Nachmittag sammelten sich viele Besucherinnen und Besucher auf der kleinen Streuobstwiese hinter dem Wabengarten. Denn dort befinden sich die Bienenvölker der kleinen ökologischen Imkerei des MUZ. Der Imker Rehan führte in die faszinierende Welt der Honigbiene ein. Und natürlich durfte der Bio-zertifizierte ÖBZ-Honig auch probiert werden. Erst vor wenigen Wochen wurde die Frühjahrsernte geschleudert und in 250g-Gäsern abgefüllt. Diese können übrigens im Infobüro des ÖBZ erworben werden.

Für die Kinder unter den zahlreichen Gästen hatte die benachbarte Kindertagestätte Fuchsbau wie bereits in den Vorjahren ein kreatives Mitmachprogramm angeboten. Mit dem Fuchsbau verbindet uns eine lange Partnerschaft im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Mitmachen konnte man auch an der Glücksrad-Station. Dort erfuhr man Interessantes und Überraschendes aus der 25-jährigen Geschichte des ÖBZ, bevor man angeregt wurde, sich anhand persönlicher Nachhaltigkeitsziele (den Inner Development Goals) zu reflektieren. Auf diese Weise entstanden bisweilen tiefgreifende und philosophische Gespräche über das, was die Menschen an Werten und Kompetenzen für sich und zur Gestaltung einer nachhaltigen Welt brauchen.

MUZ-Mitgliederversammlung

Und was nicht zuletzt auch zu diesem Jubiläumstag gehörte, war die MUZ-Mitgliederversammlung im 35. Jahr des Vereinsbestehens, bei der der aktuelle Vorstand aus Heike Amend, Konrad Bucher, Bianca Keller und Silke Levermann bestätigt wurde. Die anschließende Geburtstagsfeier bot Raum für gute Gespräche unter den Mitgliedern des MUZ, den Gästen und Weggefährt*innen. Der Mitgliedsverein NordOstKultur, der vor 20 Jahren im ÖBZ seine Gründungsveranstaltung abhielt, schenkte dem MUZ ein Exponat der Baumausstellung, die letztes Jahr im ÖBZ gezeigt wurde. Rupert Holzhauser, der als Gast beiwohnte, beglückwünschte das MUZ und brachte – schließlich ist er Musikpädagoge – die Geburtstagsgesellschaft mit Gitarre, Rhythmusinstrumenten und motivierenden Liedern zum mehrstimmigen Mitsingen. Last but not least: Damit ein Jubiläumsfest richtig abgerundet wird, darf der Geburtstagskuchen nicht fehlen. Und der stammte vom Team des ÖBZ-Sonntagscafés, die die besten Kuchen der Welt backen – lecker, bio und fair!