Stadt braucht Land

ÖBZ-Aktionstag am Tag der offenen Gartentür - für die ganze Familie
am Sonntag, 25. Juni 2017 von 10 bis 18 Uhr

Die Gartenflächen einer Stadt befriedigen nicht nur als ländliche Bezugspunkte im urbanen Umfeld die Sehnsucht von Städterinnen und Städtern. Die Gärtnerinnen und Gärtner sorgen auch für eine biologische Vielfalt mitten in der Stadt. Ökologisch und regional erzeugte Lebensmittel erfreuen sich großer Beliebtheit. Aber hat eine stadtnahe Landwirtschaft noch eine Zukunft oder wird sie immer weiter verdrängt? Warum sind die ökologisch bewirtschafteten Flächen in der Stadt und im Umland so wichtig? Was können wir tun, damit sich Erzeuger-Verbraucher-Beziehungen zukunftsfähig etablieren können?

Diesen Fragen wollen wir uns am ÖBZ-Aktionstag „Stadt braucht Land" widmen und laden zu diesem Tag Klein und Groß zu einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm am Sonntag, den 25. Juni 2017 auf das Gelände des Ökologischen Bildungszentrums (ÖBZ) in der Englschalkinger Straße 166, München, ein.

Info- und Erzeugermarkt, Workshops und mehr

Auf einem großen Info- und Erzeugermarkt im Ausstellerzelt auf der Wiese vor dem ÖBZ stellen sich regionale, nachhaltige und solidarische Landwirtschaftsbetriebe vor und bieten kleine, schmackhafte Kostproben ihrer Erzeugnisse an.

Interessierte Besucherinnen und Besucher bekommen Gelegenheit, sich auch intensiver mit der Thematik zu befassen. Sie können sich bei einem Forum „Vom Garten Eden über die regionale Landwirtschaft bis zum Gemeinschaftsgarten – wie gehen wir verantwortungsvoll mit fruchtbarem Boden um?" mit der Tierärztin, Mediatorin und Autorin Anita Idel (u.a. „Die Kuh ist kein Klima-Killer! Wie die Agrarindustrie die Erde verwüstet und was wir dagegen tun können") austauschen.

In einem anderen Forum geht konkret auf die aktuelle und künftige Situation der stadtnahen Landwirtschaft ein und wirft die Frage auf: "Münchens Grüngürtelbauern, Relikt oder Zukunft?". Es wird am Aktionstag vielfältige Gelegenheiten geben, von Landwirten aus der Region zu erfahren, auf welchem Wege die Produkte vom Feld zum Verbraucher kommen.

Wie 90 Bio-Landwirte in kleineren Familienbetrieben für die gute Qualität des Münchner Trinkwassers sorgen, erläutert die Solidargemeinschaft "Unser Land" zusammen mit einem der Landwirte aus erster Hand. Aktiv gefördert von den Stadtwerken München produzieren diese Betriebe vor den Toren Münchens im Trinkwassereinzugsgebiet der Landeshauptstadt München im Mangfalltal Milch, die in einer Augsburger Käserei zu Bio-Milch abgefüllt oder zu Milchprodukten weiter verarbeitet wird. Das Projekt demonstriert eindrucksvoll, wie Verbraucherinnen und Verbraucher mit dem Genuss dieser Milch sich aktiv am Trinkwasserschutz beteiligen können.

Wie wichtig „Land" für die Stadt ist, wird an einem weiteren Beispiel erläutert: Je mehr sich die Städte aufheizen, desto größer wird die Bedeutung von städtischen Grünflächen und desto wichtiger wird die Versorgung der Stadt mit kühlender Frischluft aus dem Umland. Während einer kleinen Präsentation der ÖBZ-Wetterstation werden auch diese klimatischen Zusammenhänge der Stadt-Land-Beziehung aufgegriffen.

Kindertheater und andere Mitmachaktionen

Unterhaltsam und lecker wird es beim Kindertheater „Die Kartoffelsuppe" zu gehen. Schauspielerin Laura Thais Steinhöfel vermittelt anschaulich, humorvoll und einfühlsam Kindern von 6 bis 11 Jahren die Freude und Bedeutung des gemeinsamen Kochens und Essens. Das Theaterstück wird an diesem Tag zwei Mal aufgeführt, um 10:30 Uhr und um 12:30 Uhr. Es dauert circa 60 Minuten. Anschließend wird dann jeweils die leckere Suppe gemeinsam gegessen.

Ab 14 Uhr sind alle Kinder eingeladen, ihre Wunsch-Stadt ganz spielerisch in einer Planungswerkstatt im Modellbau zu entwickeln. Anfangszeiten sind jeweils 14, 15 und 16 Uhr. Treffpunkt ist der Wasserspielplatz auf dem ÖBZ-Gelände. Hier gibt es Bauklötze und verschiedenste Naturmaterialien, die sie zur Gestaltung von Wohnhäusern, Läden, Märkten und auch für Wege, Brücken etc. einsetzen können. Wo sollen Spiel- und Sportflächen entstehen? Welche Flächen sollen für den Anbau von Nahrungsmitteln vorbehalten sein? Wir sind gespannt, wie die Stadt von heute, morgen und übermorgen aus der Sicht der Kinder aussehen soll.

Wer Lust hat, ein kleines Stück Land selber zu bepflanzen und mit nach Hause zu nehmen, kann sich ab 14 Uhr ein Mini-Gärtchen in der Kiste basteln und mit Saatgut bestücken. Es braucht nur wenig Platz auf der Fensterbank und bunt bemalt es ein richtiger Hingucker für zu Hause. In der Kiste lassen sich die Pflanzen wunderbar beobachten, gießen und pflegen.

Tag der offenen Gartentür

Der Aktionstag fällt zusammen mit dem im ÖBZ schon traditionellen „Tag der offenen Gartentür" am jeweils letzten Sonntag im Juni. Die Gärtnerinnen und Gärtner der verschiedenen Gemeinschafts- und Projektgärten am ÖBZ laden nachmittags zu interessanten Streifzügen durch die blühenden Gärten ein. Es werden Führungen durch den Experimentiergarten, die Projektgärten im Wabengarten, den neuen Wildbienengarten, den Interkulturellen Frauengarten und den Themengarten Nachwachsende Rohstoffe angeboten. Nicht zuletzt gibt die Imkergruppe am ÖBZ einen Einblick in ihr Handwerk und zeigt mit anderen Stadtimkerinnen und -imkern der Initiative „München summt…!", was man im Garten alles Gutes für die Bienen tun kann. Zu diesem Thema passt auch die Ausstellung des Bund Naturschutz „Hummeln - Bienen im Pelz", die bis zum Aktionstag im ÖBZ gezeigt wird.

Insgesamt gibt es unter dem Motto „Stadt braucht Land" ein vielfältiges und spannendes Programm für die ganze Familie. Das gesamte Programm des vom Münchner Umwelt-Zentrum und der Münchner Volkshochschule im ÖBZ veranstalteten Aktionstages gibt es unter:

www.oebz.de/stadt-braucht-land